Über die Quellen
Die ältesten erhaltenen Kammeramtsrechnungen, die von zwei Kämmerern geführt wurden, gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Diese Rechnungsbücher sind nur teilweise überliefert; einige Jahrgänge befinden sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek. Die im Wiener Stadt- und Landesarchiv verwahrte Serie der Oberkammeramtsrechnungen setzt im Jahr 1424 ein. Ab diesem Zeitpunkt waren die beiden Kämmerer für die Abrechnung des gesamten städtischen Haushalts verantwortlich, wodurch ein Großteil der Einnahmen und Ausgaben über sie erfasst wurde. Gleichzeitig wurde das Prinzip der Bruttorechnung angewendet, bei dem sowohl Einnahmen aus Steuern und Mauten als auch die damit verbundenen Erhebungskosten gesondert aufgeführt wurden.
Nach der Aufteilung des Kammeramts in ein Ober- und ein Unterkammeramt im Jahr 1485 führten die beiden Kämmerer getrennte Abrechnungen und entsprechende Rechnungsbücher.
Die Oberkammeramtsrechnungen sind ab 1424 mit Unterbrechungen und ab dem 16. Jahrhundert weitgehend vollständig erhalten; die Reihe endet 1768. Bereits im 16. Jahrhundert weist ihre Gliederung eine klare und konsequent beibehaltene Struktur auf. Die Einträge, die auf – heute nicht mehr vorhandenen – Quittungen beruhen, wurden in der Regel innerhalb der jeweiligen Rubriken chronologisch erfasst. Die Überprüfung der Rechnungen erfolgte meist mit einem zeitlichen Abstand von etwa einem Jahr, im 16. Jahrhundert teilweise auch erst nach mehreren Jahren.
Anfangs wurden die Schreibarbeiten des Kammeramts von der städtischen Kanzlei übernommen; im Jahr 1540 wurde jedoch jeweils ein Gegenschreiber für den Ober- und den Unterkämmerer eingesetzt. Die Dissertationsreihe „Finanzen der Stadt Wien“ stützt sich auf diese Oberkammeramtsrechnungen.
Quelle: Wien Geschichte Wiki